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Himmel un Ääd

Gebratene Blutwurst mit Kartoffelpüree und Apfelmus muss armen Rheinländern geschmeckt haben wie der Himmel auf Erden, außerdem wachsen »Äppel« an Ästen und damit eher am Himmel und »Äerpel« (»Erdäpfel«) beziehungsweise »Jrompere« (»Grundbirnen«) im Boden.
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Nicht »eisse« (essen), sondern »lötsche« (lutschen, auf der Zunge zergehen lassen) sollte man »Kamelle« (Bonbons), ursprünglich »Karamelle«, Stück gebrannten Zuckers (»karamellisieren«). Das Verb »kamelle« bedeutet hingegen kommandieren: »Wer hätt hee jett zo kamelle?« Auch »ne Klatsch an e Back« (Ohrfeige) wird kurz mit »Kamell« übersetzt: »En Kamell kreije…« »Kappes«, auch »Kü-ell«, ist Kohl. Der Landwirt, der »Schavour« (von »Schavoyer Kohl« für Wirsing), »Kruuschkühl« (Grünkohl) und natürlich »decke Hööde« oder »Köpp« »Kappes« anbaut, wird »Kappesbuur« genannt. Nicht nur Bauern, sondern sämtliche Bewohner des Vorgebirges (»Vüürjebirsch« = Gemüseanbaugebiet zwischen Ville und Rhein) stehen in dieser Beziehung unter Generalverdacht. Auch die Bewohner der »Zuckerrübensteppe« (Euskirchen-Zülpicher Börde) und entlang des Neffelbaches werden von boshaften Leuten kollektiv mit »Knollebuure« tituliert. »Knollendorf« im Hänneschentheater ist übrigens kein fiktiver Ort der rheinischen Provinz, sondern eine Verballhornung von Köln. Ein Bewohner ist »Johannes Knoll« (Hänneschen). »Laberdan« wurde am Rhein übrigens der gesalzene Kabeljau genannt, scherzhaft auch für den Helm der Roten Funken. »Limenör« ist Limburger Käse mit Schwarzbrot, eine gute Kombination zum Kölsch. Senf wird ripuarisch-limburgisch »Mostert« genannt, »Muckefuck« der Kaffeeersatz aus Chicoreewurzel ohne Koffein. »Öllich« ist eine Zwiebel, »Öllije« zwei und mehr, Promm eine Pflaume oder auch ein bemerkenswerter Teil des weiblichen Körpers, »Plüschprumm« der Pfirsisch. »Prumme - jebacke!« meint »Von wegen!«, im Mechericher Raum auch: »Unn e Ei vom Konsum«.