Michael Nielen

"Moohndaahs-Männ nühs wert"

Manni kallt wieder Platt - wie immer im WochenSpiegel!
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Manni kallt wieder Platt.

Manni kallt wieder Platt.

Foto: Michael Nielen

"Wer de Küert dengt, moss en och bezahle": Dieses Eifeler Sprichwort bedeutet wörtlich, dass derjenige, der den Kuhhirten zum Beaufsichtigen des Weidegangs der Dorfherde verpflichtet, ihm auch seinen Lohn entrichten muss.
Das ist also etwas völlig anderes als der hochdeutsche Vers "Wer die Musik bezahlt, bestimmt auch, was gespielt wird". Auf das Verpflichten eines Blasorchester angewendet, müsste man eher sagen "Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen - egal, was gespielt wird…"
Ein anderes Sprichwort aus einer kleinen Sammlung, die möglicherweise Sistiger Schulkinder für den Schleidener Heimatkalender 1962 zusammentrugen, lautet: "Mondaahs-Päerd senn mie wert wie Moohndaahs-Jonge".
Wie wahr: Während die Arbeitspferde nach einem ausgeruhten arbeitsfreien Sonntag "moohndaahsmorjens" frisch ans Werk gehen, sind die "jong Männ" nach diversen Lustbarkeiten und Dämmerschoppen zum Wochenbeginn kaum einen Schuss Pulver wert…
Ratzekahl leergefegt sind beispielsweise Stube und Speicher, wenn "do sevve Katze kenn Muus mie fönge". Wer sich bei seinen Vorhaben selbst überschätzt, hat möglicherweise "jrueß Tön em Kopp" oder auch "en jrueß Muhl, äve nüühs dehönge".
Was immerhin noch besser ist als "jar nüühs em Kopp ze hann" oder schlimmstenfalls doch nur verderblich anmutende Gedanken und Vorstellungen. Nämlich "enne Futz em Kopp".
Immer mit der Ruhe, nur nicht "ze hüüh" ans Werk gehen. Bedächtigkeit und Behutsamkeit sind nicht nur bei der Spatzenjagd ein guter Rat: "Wäe Mösche fange well, moß höesch dohn". Denn wenn man sich "ze hastisch" (übereilt) und "onn-överlaat" auf die Pirsch nach seinem Glück begibt, dann "schnapp me" am Ende "nohm Ei - unn lät et Hohn fleje". Man steht dann zwar nicht mit vollkommen leeren Händen da, aber das Erreichte ist im Vergleich zu dem, was man hätte erreichen können, kaum der Rede wert…