Michael Nielen

Rheinisch-katholisch

Manni kallt wieder Platt
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Manni

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Rheinischer Witz ist phlegmatisch. "Wie öss et?" "Joot!" "Unn wie jeht et esu?" "Moss!" "Unn Denge Frau?", fragt der Flaabes (Fettnäpfchen-Betreter) weiter, als ihm plötzlich einfällt, dass sein Freund verwitwet ist: "Ömme noch op Melaten?"

Oder, der Multikulti-Gesellschaft geschuldet: "Hör mal, Jung, wo jeht et denn hier nach Aldi?" "Zu Aldi!" antwortet der offenbar arabisch-stämmige Kölner dem Fragesteller. Der ist völlig perplex: "Wie "zu"? Hammadann att sechs Uhr?"

Fronleichnamsprozession, ein Passant zu seiner Frau: "Guck mal, die lecker Mädchen da…" Worauf ihm "en echte Kölsche Kraat" aus den Reihen der weißen Kinder zurückgibt: "Mir sin kenn Mädche, Du Tuppes, mir senn Engelche…"

Religion und Humor sind im rheinischen Katholizismus einen festen Bund eingegangen. "rk" auf der Steuerkarte bedeutet hierzulande keineswegs "römisch"-, sondern "rheinisch-katholisch". Ein Dompropst soll bei einem schweren "Dondewödde" (Gewitter) das Domkapitel während der lateinisch gesungenen Vesper unterbrochen haben mit den Worten: "Saach, solle me net ophühre unn oss ne Schlaach bödde…?"

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ging es nicht nur mit den Kardinälen Frings und Höffner ("Geh-hin-Kirche") vor- und aufwärts in der Kirche, sondern man kolportierte auch den Witz, sogar im Himmel gehe es jetzt demokratisch zu. Bei einer ersten Wahl allerdings sei eine Stimme für die Sozialisten abgegeben worden. Petrus habe nicht eher geruht, bis er den Bösewicht entlarvt hatte, den Heiligen Josef.

"Ich dachte, das ist eine Arbeiterpartei", rechtfertigte sich der Zimmermann aus Nazareth, "und ich ben jo ne Ärbeetsmann - unn do hann ich die jewählt…" Als Petrus weiter mit ihm schimpft, platzt Josef der Kragen: "Dann john ich eben unn velosse de Hemmel, äve eent well ich De saare, dann hollen ich meng Frau unn dä Jong mött - unn dann könnt Ihr hee oven ens sehn, wie Ihr Weihnachte fiert…"