Ihr Browser ist leider zu alt für diese Seite.
Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser bzw. wechseln auf einen Browser, der für das heutige Web geeignet ist.
Durch das Laden des Videos von {{domain}} werden ggf. Cookies und andere persistente Daten geschrieben und zum Tracking verwendet. Soll das Video geladen werden?
»Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben«, heißt es im Hochdeutschen. Auf Platt ist das Pendant des Hirns nicht die Ober- und Unterschenkelmuskulatur, sondern die »Mau«, der lateinisch »Musculus biceps brachii« genannte zweiköpfige Oberarmmuskel, der dem Menschen Schlagkraft und Selbstbewusstsein verleiht.
Das Haupt des Menschen ist Sitz seines Verstandes. Wenn es daran mangelte, verdiente man früher seine Brötchen nicht mit Dingen, bei denen man »schwer am Kopp draare moss«, sondern eher mit grobmotorischen Tätigkeiten, mit »Schöpp unn Hau« am Bau oder »Mössjaffel unn Maahschepp« in der Landwirtschaft.
Denn: »Watt me net em Kopp hätt, datt moss me en de Been hann«, trifft nicht nur dann zu, wenn man etwas vergessen hat und umkehren muss. Es war in der ökonomisch nicht auf Rosen gebetteten Eifel das Scheidewort für Denk- und Muskelakrobaten. Wer im Urteil seiner Lehrer »nix em Däätz« hatte, der sollte wenigstens »jett en de Mau hann«.
So edel Schädel, Stirn und Antlitz im Hochdeutschen auch sprachlich sein mögen, in der ripuarischen Mundart ist »Däätz« fast noch eine der charmanteren Vokabeln für den Sitz des Denkvermögens. In Eifeler Platt krönt den Körper des Homo sapiens wahlweise ein »Knüles«, »Kappes«, »Küles«, »Knutzkopp« oder auch en »Bier« oder en »Küs«.
»Rööb«, »Hööt«, »Nöll«, »Kopp« und »Knollekopp« sind rheinische Ausdrücke für das menschliche Haupt. »Küs« wird in manchen Eifelecken auch ein Stecken genannt. In Sonderheit ein Stock, so Eifelpoet Fritz Koenn, mit dem früher beim »Küs-Spelle« die Burschen rundliche Steine (»Bomme«) ins »Kühlche« »drieve« mussten.
Von dieser »Küs« und nicht etwa von ihren im Stechschritt hochrot gewordenen Köpfen leitet sich auch ein origineller Eifeler Begriff für Dirigenten von Spielmannszügen ab. Denn Tambourmajoren geht es wie dem Haupt, auch sie werden sprachlich nicht mit dem ihnen eigentlich gebührenden Respekt behandelt. Deshalb heißen sie zwischen Ville und Weißem Stein »Küshannes«.