Michael Nielen

Trööte

Nettersheim. Manni kallt wieder Platt, dieses Mal über "Trööte". Aufgenommen wurde dieses Video am neuen Spielplatz gleich neben dem Naturzentrum Eifel.
Manni kallt wieder Platt - dieses Mal über "Trööte".

Manni kallt wieder Platt - dieses Mal über "Trööte".

Bild: Michael Nielen/KI-generiert

Egal ob Horn, Posaune, Tenor oder Bariton, Tuba, Sousaphon, Trompete oder Cornet: Auf Eifeler Platt lautet der Sammelbegriff für Blechblasinstrumente »Trööt«. Wichtig ist beim gemeinsamen Musizieren, dass die einzelnen Stimmen Takt und Lautstärke einhalten, also »p« (»piano« = »leise«) oder »f« (»forte« = »laut«), »pp« (»pianissimo« für »sehr leise«) oder »ff« (»fortissimo« für »sehr laut«) spielen, je nach Komposition auch »Crescendo« (»lauter werdend«) und »Diminuendo« (»leiser werdend«). Von einem Musikfest beim Musikverein »Waldlust« in Glehn berichtete mein Vater über die Regieanweisung des Chefdirigenten vor einer Gemeinschaftsaufführung mehrerer Blasorchester: »Die jrueß Trööte net esu laut trööte, domött me die kleen Trööte och noch trööte hüert«. Ein Spruch, den man getrost in jeden privaten »Tespeteer« und »Tespetack«, Stammtischrunden oder politische Debatten einwerfen möchte: »Die Großen nicht so laut, damit man die kleinen leisen auch noch hören kann…«

»Trööte« wird schließlich auch im übertragenen Sinne für lautstarkes Auftreten benutzt – vergleichbar mit dem hochdeutschen Verb »rumtrompeten«. »Trööt« und »Tromm« (Trommel) sind auf Platt die ton- und taktangebenden und somit wichtigsten Instrumente. So unterscheidet man gemeinhin auch zwischen »Tröötemusick« (Blasmusik) und »Knöppelchesmusick« (Tambourmusik).

Op de Kirmes bekommen bereits die Kleinsten e »Trömmelche«, den etwas größeren Kindern verspricht man e »Flöötche« oder »en Trööt« vom »Kirmeskrohm«. »Trööte« oder »Dörpsschell« werden auch Gerüchte im Flug verbreitende Weibsbilder genannt. »Trööte« nennt man schließlich auch den feucht-fröhlichen Kneipenzeitvertreib der Männer: »Do hann me oss äve noch ens enne jetrööt…«

Der ultimative Test, ob man bereits genug intus hat oder noch einen »trööten« kann, geht so: »Jetz stohn me janz langsam op. Wenn me dann noch john könne, john me noch net. Wenn me äver ne mie john könne, dann john me…«