Thomas Förster

Holzstege und Pfade rund ums Wallonische Venn

Eifel. Der 50. GPS-Wandertipp von NATUR AKTIV ERLEBEN (NAE). Im Herbst 2023 geht es in der WochenSpiegel-Serie ins Hohe Venn.
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An der Hill.

An der Hill.

Foto: Natur Aktiv Erleben

Eifel. Für die 50. Tour von NATUR AKTIV ERLEBEN haben wir das Hohe Venn gewählt, weil diese Region bei vielen Wanderern sehr beliebt ist. Wegen der vielen Panoramen und der abwechslungsreichen Strecke, die aber auch »naturnahe«, fordernde Passagen aufweist, schien uns gerade diese Runde für ein Jubiläum besonders geeignet.

Die Wanderung startet am Signal de Botrange und umrundet das Wallonische Venn, das zur Naturschutz-Zone C gehört und nur mit einem anerkannten Wanderführer betreten werden darf. Gleich nach dem Start eröffnet ein Aussichtsplatz herrliche Blicke in dieses Gebiet, dessen weite Grasflächen mit einzelnen Büschen und Baumgruppen gesprenkelt und von Wäldern umrahmt sind. Schon der erste Streckenabschnitt enthält alles, was ein Vennliebhaber erwartet. Bei fast durchgehend weiter Sicht wechseln sich verschiedene Szenerien ab: Auf Graswegen, Vennpisten und kaum noch erkennbaren Pfaden durchwandern wir Passagen mit Pfeifengras, hohem Farn, Eichen- und Birkenwald; Bäche werden gequert, Tümpel liegen am Weg, und immer wieder können wir uns an Wollgras-Flecken und bunten Blumen erfreuen. Besonders eindrucksvoll die vereinzelten Baumskelette und auch ganze Waldteile, die vom letzten Feuer angesengt sind und an unheimliche Moorgeschichten erinnern.

Dabei empfiehlt es sich, auf die Wegfindung zu achten, denn Markierungszeichen fehlen. Ohne GPS wäre abseits der Holzstege der von hohem Gras und Farn überwucherte Weg oft nicht zu finden. Ein Fahnenmast bezeichnet das Ende dieses anregenden Streckenabschnitts.

Anschließend ändert sich die Szenerie: Es folgt ein pittoresker, außerordentlich eindrucksvoller Abschnitt, aber gleichzeitig die schwierigste Passage der gesamten Tour. Wir steigen auf einem sehr steilen Pfad zur Hill ab, einem Bach, der nahe der Botrange entspringt, und wandern - nun mit rot-weißer Wandermarkierung - längere Zeit bachaufwärts durch eine einsame, reizvolle Landschaft. Der dunkle Moorbach ist mit großen Steinen übersät, die Ufer sind stellenweise felsig. Gleichzeitig ist dieser Teil auch der forderndste Abschnitt der Runde.

Zwar wurden die schadhaften Stege vor kurzem erneuert, besonders nach starken Regenfällen können aber der tiefe Moorboden, sperrige Wurzeln und umgefallener Bäume die Begehung erschweren. Eine Wandertafel, an der der Weg links abbiegt und über eine kleine Holzbrücke führt, markiert das Ende dieser Passage.

Wenn wir den Bach gequert und diese Szenerie verlassen haben, sind wir schnell wieder im Freien, erblicken schon das Signal von Botrange und haben wie zu Beginn das gesamte Wallonische Venn vor Augen. Auf breiteren Wegen geht es nun zurück zum Ausgangspunkt.

Die Tour ist rund 16 km lang; man muss zwar nur rund 200 Höhenmeter überwinden, aber besonders bei Nässe sind die Wege im zweiten, zum Teil auch schon im ersten Streckenabschnitt mühsam zu begehen. Unbedingt die GPS-Unterstützung nutzen!

Es ist eine GPS-geführte Rundwanderung (es gibt keine Beschilderung). Die gesamte Strecke ist 16 km lang (200 Hm). Notwendige Ausrüstung: GPS-Navigation, wasserdichte Wanderschuhe und evtl. Stöcke. Keine Einkehrmöglichkeit unterwegs. Alle weiteren Informationen zur Tour (GPS-Datei, Kurzbeschreibung des Streckenverlaufs und dessen Darstellung mit Google-Maps, zahlreiche Fotos etc.) finden Sie unter dem Link: www.naturaktiverleben.de/?IndexTour=50


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