Michael Nielen

Wacholder, Ginster, Pilgerpfade bei St. Jost

Die WochenSpiegel-Serie geht weiter: Der GPS-Wandertipp für Mai 2022 von NATUR AKTIV ERLEBEN (NAE).
Bilder

Welche Verehrung der heilige Jodokus genoss und immer noch genießt, ist einigen Lesern vielleicht von den Wallfahrten der Jodokus-Bruderschaft bekannt. Diese Verehrung erlebt man auch auf unserer Tour: Wir starten in St. Jost an der Kapelle, die diesem Heiligen geweiht ist, verlassen den Ort über einen Pilgerpfad und kommen schließlich auf dem St. Jost Pilgerweg zurück zum Ausgangspunkt. Dazwischen genießen wir freie Flächen, herrliche Blicke, liebevoll aufgestellte Bänke in den Abschnitten, in denen wir Traumpfade nutzen, und – in dieser Jahreszeit ein Eifel-Spezial – herrliche Ginster-Passagen.

Der einsame, im Nitzbachtal gelegene Weiler St. Jost ist von landschaftlichen Schönheiten umgeben, die wir vom Beginn der Tour an bewundern können: Vom Parkplatz gehen wir hinunter zur spätgotischen Wallfahrtskapelle, queren den Nitzbach und eine Wiese; gleich hinter einem ersten Wegkreuz führt ein alter Pilgerpfad und Kreuzweg steil nach oben. Im Verlauf des Anstiegs – es ist der kräftigste der gesamten Runde – passieren wir weitere Kreuze. Rosenkränze zeugen von Pilgerfahrten aus jüngerer Zeit. Auf der Höhe geht es noch kurz durch Wald, dann betreten wir die Wunderwelt der Blumenrather Heide: eine weite Hochfläche, die Wiesen mit Wacholder, Ginster, einzelnen Bäumen und Buschwerk bestanden. Dieses paradiesische Bild wird abgerundet durch ein Panorama, dessen Blickfang vor allem die Nürburg ist, später kommen auch die Virneburg und die Hohe Acht hinzu. Wir stoßen erst auf den Vulkanweg, kurz darauf auch auf den Virneburger Traumpfad, der eine Fülle liebevoll platzierter Rast- und Aussichtsplätze anbietet. Von der Bank »Schöne Aussicht« kann man auf alle drei oben genannten Höhepunkte schauen.

Nach einem Abstieg wandern wir vorbei an den Orten Virneburg und Freilingen und in gemächlichem Anstieg zum nächsten Höhepunkt, auf die Hohe Warte. Auch hier wieder Rundum-Blicke, Wacholder, Ginster und Blumenwiesen - ein Märchen! Dahinter steigen wir ein Stück auf dem Wanderrather Traumpfad ab. Vorbei an einer weiteren Wacholderfläche (stimmungsvoller Picknickplatz!) kommen wir zum Welschenbach und nach einem weiteren Anstieg hinunter zum Achterbach. Der St. Jost Pilgerweg führt nun immer am Bach entlang und vorbei an einem Heiligtum für eine schwarze Madonna und dem Jodokus Brunnen zurück zum Ausgangspunkt. Da sollten wir die Kapelle des Heiligen besichtigen. Zu einer Einkehr sollten zusätzliche 400 m Wegstrecke kein Hindernis sein: Das Café Bendisberg ist zwar nur zu Fuß zu erreichen, aber sehr zu empfehlen.

Details zur Tour

  • Es ist eine GPS-geführte Rundwanderung (es gibt also keine Beschilderung). Die Tour ist 14 Kilometer lang mit insgesamt 390 Höhenmetern. Einkehrmöglichkeit gibt es nur in St. Jost, etwa 400 Meter vom Endpunkt der Tour entfernt.
  • Alle Informationen zur Tour (GPS-Datei, Kurzbeschreibung des Streckenverlaufs und dessen Darstellung mit Google-Maps, zahlreiche Fotos etc.) finden Sie unter folgendem Link: www.naturaktiverleben.de/?IndexTour=119